Der Tag ist ganz weit oben auf meinen Australien Highlights dabei!
Treffpunkt war 7:10 Uhr mit Rob am Lake Cootharaba am Boreen Point.
Dort haben wir unsere Einweisung erhalten.
Rob hat uns ne halbe Stunde lang anhand einer Karte erklärt, wie wir wo und wie lange zu paddeln hätten und wie lange wir ungefähr dafür brauchen sollten um abends um 16:30 Uhr wieder am Treffpunkt zurück zu sein.
Als erstes mussten wir den See überqueren um zu der Flussmündung zu gelangen.
Dazu sollten wir uns als erstes ca. 100 m entfernt vom Ufer halten bis zu einer Uferspitze und von da Richtung Norden (Haha, wo ist Norden) ca. 1 km vom Ufer entfernt mit Blick auf ne Sanddüne auf nem Hügel als Orientierungspunkt, den wir aber erst kurz davor zu sehen bekommen würden.
Wenn wir ne rote Boje auf dem See kreuzen, sind wir richtig und sollen an der links vorbei, dann kämen verschiedene Flussmündungen, einmal den rechten nehmen, später dann den kleineren und so weiter.
Er hat uns auch gesagt wo wir am besten Pause machen sollten, weil es besonders schön dort wäre und es sich anbieten würde und so weiter.
Die Karte hat er uns auch mitgegeben, aber wir haben uns nach der Einweisung nur angeschaut und waren uns nicht wirklich sicher, ob wir an dem Endpunkt "Harrys Campsite" in ca. 12 km Entfernung wo wir hin sollten und ja auch hin wollten überhaupt ankommen würden ;).
Nach der Einweisung ins Kartenmaterial :P ging's ab zu unserem Kanu das schon auf uns am Ufer gewartet hat :).
Hoch motiviert sind wir eingestiegen, auf den See raus gepaddelt und nach links, sprich nach Norden abgebogen ;).
Es war ein unglaublich schöner und riesengroßer See!
Wir sind fröhlich vor uns hingerudert und haben uns gedacht, wir werden schon irgendwo hin kommen und haben einfach mal Rob vertraut, das Sanddüne in der Ferne oder rote Boje aufm See schon zur rechten Zeit auftauchen werden.
Das Paddeln war unglaublich anstrengend und wir haben nach kurzer Zeit schon unsere Arme und Bauch- und Rückenmuskeln gespürt.
Aber wir hatten unser Ziel vor Augen und auch wenn wir den Weg nicht wirklich vor Augen hatten, haben wir einfach drauf vertraut, das zur richtigen Zeit schon die Orientierungspunkte wie von Rob angekündigt, auftauchen würden.
Und so war es dann auch!
Zuerst haben wir die Sanddüne in der Ferne gesehen um die Flussmündung zu finden und sind dann auch an der roten Boje links vorbei gekommen.
Nach gut 2h haben wir eine erste Rast am Ufer gemacht.
Danach ging es weiter.
Hier hätten wir eine Abzweigung nehmen können, die uns wo anders hin geführt hätte, aber das war "up to you", wie wir mögen, wie Rob immer wieder betont hatte.
Aber da wir unbedingt "unser" Ziel, nämlich Harrys Campsite erreichen wollten, haben wir diese und auch andere Möglichkeiten der Abzweigung ausgelassen.
Nach unserer Rast sollten wir dann der "Waserlilienstraße" folgen und dem kleineren und verwinkeltem Flussarm, nicht dem großen, breitem.
Da kam dann auf einmal ein Gegenwind auf und wir mussten uns mächtig ins Zeug legen um vorwärts zu kommen.
Aber als sich der Wind wieder gelegt hatte, konnten wir eine spiegelglatte Wasseroberfläche sehen.
Dadurch das dass Wasser fast schwarz erscheint, was eine Besonderheit hier ist, spiegelt sich die Welt und zwar in einer absoluten Klarheit und Reinheit das man das Gefühl hat, man könnte hinein spazieren.
Es war ein unbeschreibliches Gefühl da auf dem Wasser, so ganz allein, in dieser unbeschreiblichen Flusslandschaft und in dieser Atmosphäre.
Ich glaube, so wie wir den Fluss erlebt haben, so ist es auch ein bisschen im Leben.
Wir werden ausgestattet mit allem was wir brauchen.
Auf dem Fluss war es das Kanu, die Paddel, Schwimmwesten, Kartenmaterial.
Wir bekommen den Verstand, unsere Hände und Füße, die Seele um zu schaffen und zu erleben, zu geben und zu nehmen.
Uns wurde erzählt, was der schönste und der beste Weg wäre, aber was auch nicht unbedingt der einfachste und kürzeste wäre.
Wir hatten den Weg nicht vor Augen, wir mussten uns darauf verlassen das zur rechten Zeit die Hinweise schon kommen werden und das Rob schon den Weg kennen wird.
Wir wussten nur, das wir vertrauen, das wir es wie von ihm versprochen schon finden und schaffen würden und das wir wirklich dort auch ankommen wollten.
Wir haben im Leben auch unseren Weg nicht immer vor Augen, meistens sogar nicht.
Wie oft passiert etwas, was wir selber nicht "eingeplant" haben.
Wie oft habe ich schon Pläne gemacht und dann kam doch alles ganz anders.
Dann muss ich darauf Vertrauen, das Gott schon den Weg vor Augen hat und mir zur richtigen Zeit meine Orientierungspunkte schenkt.
Das ich Menschen an meiner Seite habe, die mich wieder auf meinen Weg bringen, die mich auch begleiten, das ich den Gegenwind schon überstehe und dann auch genießen und Pause machen kann.
Ich glaube es ist wichtig zu wissen wo man hin möchte und vor allem wer man dabei sein möchte!
Wir wussten das wir zu "Harrys Campsite" wollten.
Wir hatten viele andere Möglichkeiten was wir hätten tun können, es wurde uns bei der Kartenerklärung mehrmals angeboten, das noch andere Wege wären, es war "up to us", wir konnten frei entscheiden.
Bei dem Gegenwind der auf dem kleinen Seitenarm aufkam, hätten wir umdrehen können und den größeren, ruhigeren und gerade verlaufenden Arm wählen können, aber wir hatten unser Ziel vor Augen.
Wo möchte ich im Leben hin?
Was ist es mir wert?
Auf der spiegelglatten Wasseroberfläche hat man das absolute Ebenbild gesehen, unverfälscht und klar!
Wer möchte ich auf meinem Weg sein?
Was sind meine Werte hinter denen ich stehe und die ich wiederspiegele?
Was ist mir wichtig?
„Jesus antwortete ihm: »›Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Hingabe und mit deinem ganzen Verstand!‹ Das ist das erste und wichtigste Gebot. Ebenso wichtig ist aber das zweite: ›Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst!‹“
Matthäus 22:37-39
Ich möchte das Leben in Gottes Gegenwart erleben, seine wunderbare Welt entdecken und dabei aber nicht nur mich sehen.
Es kommt nicht nur darauf an, das ich alles habe, das ich das absolute Maximum aus allem heraus hole.
Was habe ich davon, wenn dabei die Menschen die ich liebe auf der Strecke bleiben?
Was habe ich davon, wenn ich am Ende allein dastehe?
Beziehung ob zu Gott oder zur Familie, in der Freundschaft oder auch einfach zu anderen Menschen denene es nicht so gut geht wie mir, das möchte ich als Ziel haben.
Und auch wenn ich den Weg nicht kenne, ich weiß wo ich hin möchte und hoffe das mein Ziel nie aus den Augen verlieren werde.
Und wenn ich doch mal falsch abzweige, hoffe ich auf meine "Sanddüne und rote Boje", auf meine Orientierungspunkte die mich wieder zurück bringen.
Und ich hoffe, das ich dann auch die Einsicht habe zu sehen, das ich falsch abgebogen bin, das ich auf einem anderen Seitenarm bin, der vielleicht auch schön ist, wo ich mich gerade wohl fühle und es sich angenehm anfühlt, aber der mich nun mal nicht zu meinem Ziel bringt.
Das ich nicht zu stolz bin und umdrehen kann.
Auch wenn ich vielleicht vom Leben oder von Menschen verletzt werde und mein Leben nicht so verläuft wie ich es mir vorgestellt habe oder wenn Gegenwind aufkommt oder es anstrengend wird, das ich mit meinem Kanu auf dem richtigen Weg bleibe.
Vielen lieben Dank an all die Menschen, die schon meine "rote Boje und meine Sanddüne" waren, vielen Dank auch zum Teil für eure Geduld und für euer nicht aufgeben und auch für das gemeinsame Erleben von wunderschönen Pausen und Momenten!
An alle, die auf meiner Kanufahrt dabei sind und mit denen ich ein Stück Kanufahren darf :D!

























































